Aktuelle Ausgabe: CLOSURE #6.5 (Juli 2020)
»[...] in Worten läßt Crumb ständig die Hosen runter, in den zahllosen Zeichnungen aber zieht er sie wieder hoch und schreitet mit festem Schritt sein Terrain ab« schrieb Robert Gernhardt 1982 in Der Spiegel, anlässlich der Veröffentlichung von Robert Crumbs Sketchbook 1966–1967 im deutschen Verlag Zweitausendeins. Zu dieser Zeit war Aline Kominsky-Crumb in Deutschland weitgehend unbekannt, und dies obwohl Crumb ›sein Terrain‹ bereits seit 1972 immer wieder in Form kollaborativer Arbeiten mit ihr teilte. In diesem Zusammenhang spricht Hillary Chute völlig zurecht von einem kulturtypischen »double standard«. Denn während die Künstlerin wiederholt für ihre als ›pornografisch‹ und ›primitiv‹ bezeichneten Werke kritisiert, verkannt und aus der ›kanonischen‹ Comicgeschichtsschreibung sowie -forschung ausgeschlossen wird, wird Robert Crumb, dessen Werke nicht minder kontrovers oder tabubrechend sind, als genialer Comickünstler gefeiert. Dabei vereint ein Aspekt das Comic-Schaffen von Robert Crumb und Aline Kominsky-Crumb mit verblüffender Konsequenz: Beide zeichnen autobiografisch. Bitte weiterlesen
 
Call for Participants: Online Autumn School
»Graphic Knowledge: Comic, Forschung, Vermittlung«
(CAU Kiel, 12.-14. Oktober 2020)

Was wissen Comics? In der interdisziplinären CLOSURE International Online Autumn School möchten wir die Formen des Wissens erforschen, die in Text und Bild, in Panels und Sequenzen, in Cartoons und Symbolen codiert sind. Gemeinsam mit Referent_innen aus Soziologie, Kulturwissenschaft, Kunst und visuellen Medien sowie dem CLOSURE-Team werden wir diskutieren, wie dieses komplexe Medium individuelles und kollektives Wissen ins Bild setzt — und dabei immer wieder in Frage stellt, was für wahr gehalten wird. Bitte weiterlesen